Ausstellung * no14 * 19. Januar bis 1. März 2019

sophia loth & dorit trebeljahr

Wir begrüßen das neue Jahr mit den beiden Meisterschülerinnen Sophia Loth (Leipzig) und Dorit Trebeljahr (Berlin) und wenden uns in der 14. Ausstellung der Galerie ff15 erinnerten Landschaften (Loth, Malerei) und Manifestationen von Gedankenexperimenten (Trebeljahr, Skulptur) zu.

Die Ausstellung kann jeden Freitag von 17 bis 19 Uhr und jeden Samstag von 15 bis 19 Uhr sowie nach Vereinbarung besichtigt werden. Wir freuen uns auf Sie!

Sophia Loth, Steg, 2016, Öl auf Papier, 100 x 150 cm

„Das Thema Landschaft steht im Zentrum meines künstlerischen Schaffens. Dabei geht es mir jedoch nicht um die konkrete, naturrealistische Darstellung einer Landschaft, sondern um die
subjektive Wahrnehmung eines erinnerten Ortes. Ausgangspunkt dieser Darstellungen sind Landschaften, welche ich in meinem Alltag und auf Reisen entdeckt und erlebt habe. Der atmosphärische Moment dieser Erinnerung entlädt sich dann in diffusen, von Licht und Farbe durchfluteten Darstellungen. Besonderes Interesse gilt dabei nicht allein der reinen Naturlandschaft, sondern auch sekundären und tertiären Landschaften, wie verlassene Industrieflächen, Moorgebiete oder Tagebau-Landschaften. Es sind Orte an denen der Mensch fehlt und nur seine Relikte wie kaputte Zäune, verfallene Gebäude oder vermoderte Stege zu sehen sind. In Kooperation mit dem Komponisten Eric Busch arbeitete ich im Rahmen des Projekts ‚Soundscapes‘ außerdem an der Kombination aus Bild und Ton. Im Malprozess löste jede Pinselbewegung von Busch programmierte Sounds aus, so dass der Bildträger nicht allein als Malfläche fungierte, sondern gleichzeitig zu einer Art Instrument wurde. Es entwickelte sich eine permanente Wechselwirkung zwischen akustischen und malerischen Prozessen, welche auf spannende Weise Einfluss in meine eigene Bildsprache fand.“ (Artist Statement / Sophie Loth)

Dorit Trebeljahr, Häutung 2_ aus der Serie_ Korallenhaut, 2014-15, 50 x 40 x 20 cm

„`Ich arbeite in Metaphern, choreographisch und rhythmisch mit Material. Es gibt kein Konzept, kein Festhalten an Etwas. Ich registriere, sammle, speichere, das Rundherum, in Bildern, Straßenbahnen, im Wald und im Aquarium, beim Einkaufen, beim Heizen, beim Spielen. Vielleicht doch ein Konzept: das Spielen.` […] Dass aus Tischtennisbällen, Ösen, Plastik, Lack und Perlen, Wesen und Gesten werden, dass sie sich in poetischen Formen manifestieren. Dass Dorit aus dem Alltag heraustritt. Es ist über die Jahre ihr Trick geworden, den Alltag nur als eine Pause in ihrem andauernden Spiel zu sehen. Stoisch nimmt sie die Kunst in ihr Leben, so dass sich das künstlerische Fragen, Betrachten, Wenden, Zerlegen und Neuordnen im Alltag wieder findet und auch hier die Perspektiven ändert und formt.“ (Laudatio von Anton Schwarzbach)

Dorit Trebeljahr ist Mitherausgeberin der Berliner Künstlerzeitschrift „PROLOG – Heft für Zeichnung und Texte“ | http://prolog-zeichnung-und-text.de/