Einladung zur FINISSAGE // 20. Oktober // 19 Uhr // Agnes Lammert & Sebastian Hosu

Die GALERIE ff15 lädt am 20. Oktober ab 19 Uhr herzlich zur Finissage der siebenten Ausstellung ein. Zum letzten Mal sind die Skulpturen von Agnes Lammert und die Kohlezeichnungen von Sebastian Hosu zu sehen. Bei einem gemeinsamen Abendessen besteht die Möglichkeit mit den beiden Künstlern ins Gespräch zu kommen. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

                

Abb. links: Sebastian Hosu, “In the Landscape“, Charcoal and Oil on Paper, 30 x 35 cm, 2016
Abb. rechts: Agnes Lammert, „o.T. (Zelt 3)“, Wachs, 58 x 77 x 53 cm, 2017 

In der siebten Ausstellung präsentieren wir die beiden Ottersbach-Schüler Agnes Lammert und Sebastian Hosu. Lammert diplomierte im Fach Malerei bei Neo Rauch und Heribert C. Ottersbach. 2014 wechselt sie an die Burg Giebichenstein und wird Meisterschülerin von Bruno Raetsch. Hosu absolvierte seinen Master im Fach Malerei an der Académie Royale des Beaux-arts in Liège, Belgien. 2013 wird er Meisterschüler von Heribert C. Ottersbach.

Beide setzen sich in ihren künstlerischen Arbeiten mit dem Thema Körper auseinander. Ihr Interesse gilt dabei dem Unvollständigem und dem Verborgenem. Die Arbeiten changieren zwischen abstrakter Formensprache und fühlbarer Körperlichkeit. Eine gewisse Schwere wird beim Anblick der Arbeiten physisch präsent: In Lammerts Betonskulpturen zeichnen sich innere Formen gegen einen Stoff ab, der sie verhüllt und zugleich sichtbar macht. Durch pastos aufgetragene Ölfarbe entwickeln die großformatigen Leinwände von Hosu eine eigene Körperlichkeit.

Agnes Lammert modelliert Faltenwürfe, die sich um Körper legen. Der Faltenwurf wird zum Fortsatz der Figuren und eröffnet, wie sie selbst sagt „… eine Möglichkeit der leiblichen Abstraktion, die direkt zur Körperlichkeit des Betrachters spricht“. Die zeichnerischen Auseinandersetzungen bilden nicht nur die Grundlage für neue bildhauerische Entwürfe, sondern haben einen originären Wert. Sebastian Hosus Körper sind fragmentiert, aber nicht entstellt. Sie werden von einer rauschenden Kraft absorbiert, werden zur Landschaft, so wie die Landschaft zum Körper wird. Seine Kompositionen leben von Instabilität und Unruhe, einer Dynamik mit der sich der Künstler schon seit geraumer Zeit beschäftigt.

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AGNES LAMMERT

Mud, 2016, Beton, 110 x 270 x 100 cm

lebt und arbeitet in Leipzig
2014 – 2017 Meisterschülerin Klasse Bildhauerei Prof. Bruno Raetsch, Burg  Giebichenstein Halle
2013 Diplom Malerei, Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig
2006 – 2013 Studium Malerei, Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig bei Prof. Neo Rauch und Prof. Heribert C. Ottersbach
1984 geboren in Dresden, aufgewachsen in Görlitz

Ausstellungen (Auswahl)
2017 Meisterschülerausstellung, Einzelausstellung, Weißes Haus, Burg Giebichenstein Halle
2016 Initiative für Arbeitskunst. Schön, gut und edel, Gruppenausstellung, Westpol Airspace LE
2016 Dokodemodoor, Gruppenausstellung, Werkschauhalle Spinnerei Leipzig
2016 Jahresausstellung der Burg Giebichenstein, Gruppenausstellung, Burg Giebichenstein Halle
2015 Werkschau 2015, Gruppenausstellung, Werkschauhalle Spinnerei Leipzig
2015 Jahresausstellung der Burg Giebichenstein, Gruppenausstellung, Burg Giebichenstein Halle
2014 habitant, Gruppenausstellung, Volkspark Halle
2014 Die Pferde sind tot!, Gruppenausstellung, Kunstforum Rottweil
2014 Zement und Seide, Einzelausstellung, Tapetenwerk Leipzig
2013 auf weiß—dreimal Zeichnung, Gruppenausstellung, Kunstverein Jena
2013 Agnes Lammert Diplomausstellung, Einzelausstellung, Galerie KUB, Leipzig
2013 Diplomausstellung zum Rundgang, Gruppenausstellung, Hochschule für Grafik und Buchkunst, Leipzig

Agnes Lammerts […] bildhauerisches Interesse gilt dem Charakter, der bloßen Erscheinung der Form. Die Vereinzelung des Motivs, der Blick auf einen Faltenwurf, eine Beugung oder Handbewegung steht bei ihr für die gesamte Einheit der Geste. Oft sind die Figuren verhüllt und verborgen und geben gleichsam eine Nacktheit preis, die ein Geheimnis wahren kann. Der Faltenwurf wird zum Fortsatz der Figuren, ihrer Veränderlichkeit und ist ein Sinnbild für Schutz und Bedrängnis aber auch Möglichkeit der Abstraktion und Dramatik. (Christian Weihrauch, 2013)

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SEBASTIAN HOSU

Light Show, 2017, Kohle auf Papier, 55 x 70,5 cm

lives and works in Leipzig
2013 – 2016 Meisterschüler studies at Prof. Heribert C. Ottersbach (HGB), Leipzig, Germany
2011 – 2012 Master at the « Académie Royale des Beaux-arts », Painting section, Liège, Belgium
2009 – 2010 Bachelors degree at the University of Fine Arts and Design, Cluj-Napoca, Romania
2008 – 2009 Erasmus scholarship at the « Accademia Albertina di Bellearti », Turin, Italy
2007 Graduated in the High School of Fine Arts « Aurel Popp », Satu Mare, Romania
1988 born in Satu Mare, Romania

Selected Exhibitions
2016 Creating Realities, Rutger Brandt Gallery, Netherlands
2015 Natural Selection, Westpol A.I.R. space, Leipzig, Germany
2015 Sun Outside, KAAD, Bonn, Germany

Selected Group Exhibitions
2017 Paper Positions, Art Fair Berlin, presented by Rutger Brandt Gallery
2017 Art Paris Art Fair, presented by Rutger Brandt Gallery, France
2017 Art Karlsruhe Art Fair, presented by Brennecke Gallery, Germany
2016 Ich dachte, Sie wären nur ein armer Schlucker!, Kommunalka, Leipzig
2016 Amsterdam Drawing 2016 – Contemporary Art On Paper, with Rutger Brandt Gallery, Amsterdam, Netherlands
2016 Creating Realities, Rutger Brandt Gallery, Netherlands
2016 Green Meat, Bipolar Gallery
2016 Menschen-Träume, (artist talk with Misheck Masamvu), KAAD, Bonn
2016 Klasse Ottersbach, Bayer-Kultur, Leverkusen
2015 Backstage Painting, Triumph-Gallery, Moscow, Russia
2015 Backstage Painting, Bükü-Galerie, Leipzig
2014 Die Pferde sind tot!, Forum Kunst Rottweil
2014 Galerie de Wégimont, Liège, Belgium

Meine Malerei beschäftigt sich mit der Wirklichkeit – meiner Wirklichkeit. Das beinhaltet auch meine Idee von Natur, die wiederum Ausdruck dieser Wirklichkeit ist. Natur verstehe ich dabei als eine Präsenz in der Malerei, die archetypisch und nicht illustrativ ist. In meinen Bildern erscheinen Erinnerungen an eine naturhafte Präsenz, wobei die Körper von Menschen und Tieren ebenso wie die Landschaften mit etwas Ursprünglichem getränkt sind – so, als hätte das Aufeinanderprallen von Natur und Kultur nie stattgefunden. (Sebastian Hosu, 2017)